Auf festem Boden

Zwei Wochen können schon einen Unterschied machen. Wir hatten heute Nacht unser vierzehntägiges Core-meeting. Die meisten der Punkte waren übererfüllt, so daß wir bereits nach 20 Minuten zu einer offenen Diskussion über Release-Flavours und ähnliche Punkte übergehen konnten. Das Log des Meetings ist wie immer online.

Nach dem Meeting hat eine andere interessante Diskussion begonnen als jemand die Angelegenheit der Non-free Firmware aufbrachte. Ursache der Disskusion war der Fakt, das Benutzer von ATI Graphik Karten nur einen verwürfelten Desktop zu sehen bekommen, der schlichtweg unbenutzbar ist. Idealerweise würde für diese Nutzer das Paket firmware-linux-nonfree mit dem image ausgeliefert werden. Wie der Name schon sagt befindet es sich in der Nonfree-Sektion und kann nicht ausgeliefert werden wenn wir der dfsg folgen wollen.

Zwei Mitglieder des Core-Teams meinen sie würden es trotzdem mit ausliefern, da Benutzer Vorrang vor Politik haben. Zwei weitere, mich eingeschlossen, sprachen sich dagegen aus. Ich habe meinen Standpunkt zu diesem Thema bereits am 2011-07-26 klargestellt, sogar noch lange bevor wir uns entschieden haben, dieses Abenteuer zu starten. Wie auch immer, nach kurzer Zeit waren wir uns einig, das es einen Weg geben muss der beide Gruppen befriedigt. Seit versichert, wir finden eine aktzeptable Lösung für dieses Problem.

Ein weiterer Punkt: Alle die, dei auf ein Image zum Testen warten, können den Atem anhalten: Innerhalb der nächsten 2 bis 3 Tagen werden wir kde/xfce images zum download bereitstellen die ich als auf dem Weg von Alpha zu Beta bezeichnen würde. Fast vollständig funktionsfähig aber Optik als auch Paket Zusammenstellungen sind noch offen für Änderungen. Wir werden alle Nutzer im Test-Team kontaktieren um Rückmeldungen über das Verhalten auf verschiedener Hardware zu bekommen.

2 thoughts on “Auf festem Boden

  1. Alf Gaida

    Da ich einer derjenigen bin, die diese Diskussion mit angestossen haben, mein Standpunkt zu diesem Thema: dsfg hin oder her, debian != Linux und für mich garantiert nicht das Maß aller Dinge. Das einzige Normativ, das in diesem Bereich für mich zählt : Ist die Software kompatibel zur GPL lizensiert. Es ist für mich grenzwertig, dass debian in diesem Punkt die FSF überholt und damit debian als solches für viele, grade neue und unerfahrende User unbenutzbar und damit wertlos macht. Ich rede nicht von Blobs, die aufgrund lizenzrechtlicher Probleme nicht distributiert werden dürfen. Mein Thema ist, dass durch eine Entscheidung Kernelbestandteile entfernt werden, die dann wieder aufwendig hinzugefügt werden müssen, weil ohne sie in vielen Fällen ein sinnvoller Betrieb eines Rechners mit einem debianoiden Betriebssystem nicht möglich ist.

    Im Endeffekt bleibt $user bis zu einer finalen Lösung dabei mehr oder weniger auf der Strecke. In unserem Falle eher weniger, da wir an einer akzeptablen Lösung arbeiten. Befriedigend wird das wohl erst, wenn solch ein Eiertanz nicht mehr notwendig ist. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Der einzige positive Aspekt ist, dass sich $user in einigen Fällen wesentlich intensiver mit dem Thema Linux und proprietäte Software auseinander setzen muss und für das Thema sensibilisiert wird. Die dabei gesammelten Erfahrungen schaden im täglichen Umgang mit einer auf Sid basierenden Distribution garantiert nicht, so dass sich der Schaden an dieser Stelle in recht engen Grenzen hägt. Schön ist die Situation trotzdem nicht.

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    1. Ferdinand Thommes Beitragsautor

      Richard Stallman hat bestimmt noch das ein oder andere an Debian auszusetzen. Aber davon ab, für Debian gab es im Laufe der Zeit nur 2 Möglichkeiten: Entweder die DFSG ändern und damit schwächen, oder sie umsetzen so weit wie es geht. Meiner Meinung nach zum Glück entschied man sich zu Letzterem. Wer die letzten Jahre die Debian Developer Mailing List verfolgt hat, weiss, wie schmerzhaft dieser Prozess war. Hier hat, wie auch an anderen Stellen, Stefano Zacchiroli als DPL schlichtend und fördernd gewirkt.
      Warum ich das für den richtigen Weg halte? Linux hat keine Markmacht. Anders als Mickeysoft und andere Big Guys kann Linux nichts diktieren. Bei der Industrie anzuklopfen und nett zu fragen funktioniert auch nicht. Also kann man nur hingehen und sagen: Wenn du, lieber Hersteller, bei Linux mitspielen willst, musst du angemessen freie Treiber liefern. Da gibts natürlich wieder das Argument, dass Linux so nie ein Big Player wird. Aber Opportunismus ist hier meiner Meinung nach fehl am Platz.
      Wo wir uns bei siduction völlig einig sind, ist, neben aller Politik: der User muss abgeholt werden. Wenn das der Fall ist, kann man Usern, die Linux wirklich wollen, und nicht nur einen billigen Windows-Ersatz, die Zusammenhänge schlüssig verkaufen.

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