Archiv des Autors: Ferdinand Thommes

Winterfreuden

WinterwonderlandAlles ist gefroren dieser Tage. Die Straßen, Bäume und Seen – und natürlich Debian …

Aber halt, nicht alles ist gefroren. KDE 4.9.5 wurde inoffiziell von einem arbeitswütigen Debianer veröffentlicht, der auch des Öftern im IRC-Channel #debian-qt-kde anzutreffen ist. Er hört auf den Nick santa und hatte Hilfe von drdanz. Vielen herzlichen Dank Leute, Kudos für Euch.

Wir haben alle verfügbaren Pakete in unser kdenext-Repository synchonisiert und nach unstable geschoben. Das erspart Euch ein Pinning auf experimental-snapshots und ist einfach bequemer. Wenn Ihr kdenext noch nicht in Euren Sourcen habt, könnt ihr das Repo mit den folgenden Zeilen aufsetzen:

# cd /etc/apt/sources.list.d
# echo deb http://packages.siduction.org/kdenext unstable main > kde-next.list

Danach ein einfaches

apt-get update && apt-get dist-upgrade

und die Sache ist gegessen.

Viel Spass.

Ho ho ho, es ist Weihnachtszeit …

… und wir haben ein kleines Geschenk für Euch. Keiner hat wirklich daran geglaubt, dass es noch geschehen würde, aber hier ist es: Ein Gnome3-Release, passend als Beschäftigung während der Feiertage. Die Release Notes findet ihr, wie auch die Downloads, auf  unserer Website. Außerdem gibt es auch einen torrent.

Wer sich nicht für eine Gnome-Installation begeistern kann, für den ist das Weihnachts-Art-Theme bestimmt. Ein einfaches

apt-get update
apt-cache search siduction-art | grep xmas

führt Euch zu den Paketen.

Fröhliche Weihnachten allen unseren Usern und allen Erdbewohnern, Euren Familien und Lieben.

So Long, and Thanks for All the Fish

Heute ist Setting Orange, the 63rd day of The Aftermath in the YOLD 3178 (man ddate) . Wie wir alle wissen, ist heute Weltuntergang, auch wenn die U.S.-Regierung uns glauben machen will, dass nichts passieren wird. Was verstehen die denn schon davon? 😉

Also haben wir für den Fall des Falles ein klein wenig Endzeit-Artwork vorbereitet. Wenn ihr das Artwork installieren wollt, wir haben es in unser Repository geladen. Ein

apt-get update && apt-cache search siduction-art | grep eow

zeigt euch die Pakete.
800x600

Es bleibt aber die Hoffnung, dass die Mayas wirklich keine Ahnung von Kalendern hatten. 🙂

So long and thanks for all the fish.

XFCE 4.10 für siduction

Da Debian XFCE 4.10 nicht eher als nach dem Wheezy Release in unstable bereitstellen wird und dies wohl nicht vorm Frühling 2013 erscheint, (460 RC-Bugs sind zu richten) haben wir beschlossen daß wir XFCE 4.10 jetzt für unsere User wollen. Teile davon vergammeln in experimental, andere mussten noch gepackt werden.
Wir freuen uns, unsere XFCE-Benutzer ihre Installationen jetzt updaten lassen zu können (Dank dafür an agaida und towo). Alles was ihr tun müsst, ist als root:

echo deb http://ftp.spline.de/pub/siduction/xfcenext unstable main > \
     /etc/apt/sources.list.d/xfcenext.list

auszuführen. Das wird eine Datei namens xfcenext.list in eurem sources.list.d-Ordner erstellen und eine entsprechende Zeile hinein schreiben. Dann könnt ihr ein XFCE installieren oder ein existierendes updaten mit:

apt-get update && apt-get install xfce4

Das Repository selbst findet ihr auf unserer Repository Liste für amd64 oder i386.
Nun habt Spaß mit eurem schicken neuen XFCE.

Umgang mit Mirror und Torrents

Mit dem kommenden, neuen Release und unserer wachsenden Userbasis lasst mich einige Worte zur besten Methode fürs Downloaden und dem up-to-date halten eurer Installation verlieren.

Wenn unsere Images heruntergeladen werden sollen, haben wir, seit unserem letzten Release gestern, von dem Moment an, bei dem sie auf den  Spiegelservern verfügbar sind, die Möglichkeit geschaffen, diese per Torrent herunter zu laden. Auf dem Server findet ihr, neben den anderen Dateien, eine Torrent-Datei für jede Architektur. Mit dem nächsten Release werden diese Torrent-Dateien in einem separaten Ordner liegen, so daß sie leichter zu finden sind. Teammitglieder werden direkt vom Start an seeden um euch einen schnellen Download der Iso-Dateien zu ermöglichen.

Wir empfehlen, diese Methode zu benutzen, im Speziellen wenn ihr keinen Mirror nahe bei euch habt. Aber um eine breite Verteilung zu erreichen brauchen wir euch ebenfalls zum seeden dieser Dateien. Also, auch wenn ihr die Images direkt haben wollt und euch entscheidet diese über ftp/http zu holen, bitte zieht in Erwägung uns durch das Bereitstellen dieser Dateien während ihrer Lebensdauer zu helfen.
Torrents machen es euch nicht nur leichter unsere Images herunter zu laden in Gegenden in denen kein naher Mirror zur Verfügung steht, sondern helfen uns auch unsere Server mit annehmbarer Geschwindigkeit am Laufen zu halten. Wir haben 10 TByte Traffic frei pro Monat. Überschreiten wir diese Grenze wird unsere Geschwindigkeit drastisch von 250MBit/s auf 10 Mbit/s gedrosselt. Dies ist ebenfalls wichtig für die Server die ihr in eurer sources.list benutzt. Wir empfehlen euch eins der Repositories von der  Mirror-Webseite  zu benutzen anstatt direkt von siduction.org zu ziehen.

Wir versuchen ständig neue Mirror zu finden um unsere Images und Repositories zu hosten. Solltet ihr jemand in eurem Land kennen der bereit wäre siduction zu hosten (entweder die Images oder die Repositories, vorzugsweise beides) lasst es uns bitte wissen.

Razor-qt 0.5 ist da

Letzte Nacht haben die Entwickler des Razor-qt-Desktop-environments Version 0.5 veröffentlicht.
Seit der Veröffentlichung von 0.4 sind fast 10 Monate vergangen, während denen, neben Verschönerungen und Fehlerbeseitigung, eine Hand voll neuer Komponenten gestaltet wurden.
Diese sind:

  • razor-lightdm-greeter als lightdm Anmeldefenster auf razorqt/qt4 basierten Arbeitsflächen
  • razor-notificationd Ein Werkzeug um Benachrichtigungen über die razor Arbeitsfläche zu handhaben
  • razor-openssh-askpass helper (in der Grundeinstellung deaktiviert)
  • razor-confupdate zum updaten älterer Konfigurations-Dateien
  • razor-appeareance gui um Konfigurationsthematisierung zu unterstützen
  • razor-globalkeyshortcuts zur Unterstützung von Keyboard-Tastenkürzel

Ein Bündel neuer Panel-Plugins wurde ebenfalls entworfen:

  • CPU Monitor applet
  • lm Sensor applet
  • Lautstärke Kontrolle applet das alsa oder pulseaudio unterstützt
  • Farbpipette
  • Netzwerk Monitor

Die meisten der großen Distibutionen haben Razor-qt Pakete fertig für ihre Benutzer. Da Debian noch nicht auf dieser Liste ist, brachten wir hier bei siduction im Sommer ein  Entwickler-Release heraus, basierend auf Razor-qt 0.4. Wir werden Razor-qt zu unserem regulären Release-Plan hinzufügen und hoffentlich Ende Oktober oder Anfang November heraus bringen. Einige andere Distros haben ebenfalls Live-CD’s basierend auf 0.4 zum anschauen.

Benutzer von siduction werden nicht so lange auf die upgedateten Pakete in unseren Repositorien warten müssen. Erwartet sie in den nächsten paar Tagen.

Aufruf zur Mitarbeit

Letzte Nacht hatten wir eine unserer 14-tägigen Kern-Team-Sitzungen. Die Themen und das Log sind, wie gewohnt, online. Grundsätzlich, die Themen waren noX, neuer Webserver und Fortschritt des neuen Web-Portals.

NoX scheint als Entwickler-Release veröffentlichungswürdig zu sein, vorausgesetzt daß Tests in der kommenden Woche glatt laufen. Wir werden versuchen der tty ein wenig Graphik hinzuzufügen, aber ich bezweifle daß dies beim kommenden Release bereits passiert.

Unser neuer Webserver ist ebenfalls im Begriff loszulegen, beinahe alles ist dahin umgezogen (Dank dafür an agaida). Nginx leistet seine Dienste hier anstelle von Apache2. Die Arbeit an der neuen Webseite wurde wieder aufgenommen unter Benutzung von SMF und TinyPortal. Wir kommen soweit gut voran, mehrsprachliche Fähigkeit wurde bereits implementiert, was immer ein etwas umständlicher Job ist.

Unser Wiki hatte dort wo es bisher gehostet wurde harte Zeiten, weil effektives Bekämpfen von Spam fast unmöglich war. Nun ist es neu aufgesetzt und bereit zum Start auf dem neuen Server und Spammer werden es wesentlich schwerer haben. Jetzt muß die Datenbasis von mehr als 2000 Spammer-Adressen befreit und dann auf veraltete Inhalte untersucht werden. Dies ist eine Gemeinschaftsarbeit und jeder kann daran teilhaben und etwas zurück geben. Also bitte: Jeder, der an einem hilfreichen und auf dem neuesten Stand befindlichen Wiki interessiert ist, kommt und hilft. Sobald die deutsche Version gesäubert ist würden wir gerne den Inhalt ins Englische übersetzen. Eine schöne Arbeit für lange Winternächte.

Angesichts von 3-4 Release-Terminen bis Ende des Jahres gehen wir von jetzt an wieder zu wöchentlichen Kern-Team-Sitzungen über. Für jeden Interessierten, sie finden jeden Sonntag abend um 21:00 UTC -2 statt.

Und zu einem komplett anderen Thema, diese Neuigkeit aus Kenia rettete mir den Tag. M$ drangsaliert Afrika indem es das übliche FUD verbreitet. Dieser Kerl treibt es soweit zu behaupten Open Source Software unterläge keinem Copyright. 🙂

Neuer Server, alte Webseite

Während unserer Kernteamsitzung letzte Nacht hatten wir hauptsächlich 3 Punkte.

Der Erste betraf unseren Releaseplan bis Ende 2012. Ich hatte dafür Vorschläge bezüglich eines groben zeitlichen Verlaufs gemacht und diese wurden mit der Möglichkeit von kleinen Änderungen in der Durchführung bestätigt. Hier ist die grobe Planung:

  • ~2012-10-15 noX Entwickler Release
  • ~2012-11-01 normales Release (KDE, XFCE, LXDE, Razor-qt)
  • ~2012-11-20 Gnome Entwickler Release
  • ~2012-12-16 Weihnachts Special (muß noch ausgearbeitet werden)

Da Wheezy in 2012 nicht mehr veröffentlicht werden wird [RC Bug Zähler: **529 ** heute] erwarten wir keine Probleme aus dieser Richtung. Mit noX und Gnome bekommen wir zwei neue Mitglieder in unserer Flavour-Familie. Ich denke, daß damit fürs Erste unsere Flavour-Liste komplett ist.

Der zweite Punkt wurde sehr kontrovers diskutiert, was zu erwarten war. Wir haben, seit wir siduction gestartet haben, an einer neuen Webseite gearbeitet, die auf Joomla basieren sollte, eingeschlossen darin ein neues Forum. Der Hauptgrund dafür war, etwas Frisches, Eigenes zu haben und von Zikula  weg zu kommen, der Software, die siduction.org jetzt unterstützt. Unglücklicherweise stellte sich heraus, daß niemand die Zeit hatte, diesen Job auch zu Ende zu führen. Wir haben in dieser Beziehung klar ein größeres Stück abgebissen als wir kauen können.

Um diese Bemühungen zu einem guten Ende zu bringen, hatte ich vorgeschlagen daß wir jemandem ca. 300€ zahlen um das Projekt fertig zu stellen und ein Jahr lang zu unterstützen. Nach einer heißen Diskussion wurde dieser Vorschlag in einer knappen Abstimmung abgelehnt. Die vorgeschlagene Alternative ist ein Neustart mit SMF (Simple Machines Forum) anstelle von Joomla. Schauen wir, wie das fortschreitet.

Der 3. Punkt war, einen 2. Server in die Hände zu bekommen. Wir haben einen leistungsfähigen Build-Server zum Testen unserer Builds, Release-Images und unserer Kernel.  Der Rest unseres Webauftritts (Forum, Chili-Entwickler-Plattform, git) liegt bisher auf produktiven privaten Servern, die für unser Team nicht leicht zugänglich waren. Wir wollen diese Dinge auf einen Server verlagern, den wir kontrollieren. Also entschieden wir darüber abzustimmen, ob wir für diesen Zweck ca. 500€ pro Jahr aufwenden sollen. Bevor die Abstimmung zu Ende war, sponsorte ein Teammitglied diesen Root-Server für uns. Vielen Dank dafür, wir wissen das zu schätzen. Da es bereits spät war, haben wir die verbleibenden 2 Topics auf das nächste Treffen verschoben.

OwnCloud als Alternative zu Dropbox und Co

Dropbox, Gdrive und der ganze Rest der Cloudhoster haben ein schönes Geschäftsmodell und es scheint für sie zu funktionieren. Auf der anderen Seite hatte Dropbox mehr als seinen gerechten Anteil an Sicherheitspannen und die Entwickler schienen dabei nicht immer auf der Herr der Dinge zu sein. Hinzu kommt beim Benutzen dieser Dienste, daß man private und sensitive Daten auf Server hochlädt, die (meistens) in den USA residieren. Das verursacht bei einigen von uns ein ungutes Gefühl.

Wie gewohnt gibt es eine Alternative für Linux: ownCloud wurde 2010 von KDE-Entwickler Frank Karlitschek gestartet und ist inzwischen bei der stabilen Version 4.07 angelangt, welche im Debian unstable Repository zu finden ist. OwnCloud ist in PHP und JavaScript geschrieben und benutzt eine {sqlite, mysql, postgresql}-Datenbank. Es gibt einen Webclient, der es für alle Plattformen inklusive Android und iPhone nutzbar macht. Außerdem gibt es eine Integration in den Desktop (wenigstens für KDE mit Dolphin) mit dem owncloud-client. Die Entwicklung von ownCloud war für meinen Geschmack gelegentlich ein wenig hastig, die Veröffentlichung von ownCloud 4 sicher ein wenig verfrüht. Jetzt, mit 4.04 in wheezy und 4.07 in sid dachte ich, ich gebe dem letzteren übers Wochenende mal eine faire Chance. Es gibt ebenfalls noch 4.5.x als git-Version für die ganz Tapferen. Da ich testen wollte, ob ich ownCloud in diesem Stadium für mich selbst produktiv nutzen kann, entschied ich mich für die 4.07.

Der V-Server, den ich für dieses Abenteuer benutze, läuft unter Wheezy. Also erweiterte ich die Quellen um sid und installierte owncloud und owncloud-sqlite von dort. Das Webinterface zu öffnen und etwas Konfiguration war eine Sache von Minuten. Alles, was manuell getan werden musste, waren einige Änderungen an /etc/php5/apache/php.ini. PHP hat als Voreinstellung ein Upload-Limit von 2MByte. Das muß geändert werden und ist gut dokumentiert, wie auch der Rest der ownCloud Features. Vergesst nicht, apache danach neu zu starten.

Auf meiner Arbeitsplattform zu Hause hatte ich ebenfalls 2 Quellen hinzuzufügen, um den owncloud-client hinzufügen zu können. Eine davon war einen Zeile für squeeze in meiner sid-Umgebung, was normalerweise keine gute Idee ist. Aber da es nur für libssl0.9.8 gebraucht wird, die gut mit libc6 aus sid zusammenarbeitet und keine anderen Abhängigkeiten hat, auf die man aufpassen müsste, ist das in diesem Fall so in Ordnung. Aber trotzdem: Kinder, macht das nicht zu Hause nach Smile. Die andere hinzugefügte Zeile war eine von Suse weil Debian den //owncloud-client// bis jetzt noch nicht ausliefert. Diese benötigte Zeile ist:

deb http://download.opensuse.org/repositories/isv:ownCloud:community/Debian_6.0/ /

Nachdem installieren der libssl0.9.8 explizit aus stable könnt ihr dann csync und owncloud-client installieren. Mit dem owncloud-client könnt ihr dann das Synchronisieren mit eurem Dateimanger einrichten (bisher nur mit Dolphin getestet).

Nachdem alles (upload, download,synching, sharing)  arbeitete, begann ich meine lokalen und Google-Kalender, sowie mein Adressbuch aus kontact, mittels akonadi und Webdav zu integrieren. Fünf Minuten später richtete ich ampache auf meinem Droid ein und ownCloud kann Musik aus der Wolke zu meinem Smartphone streamen. Amorok kann ebenfalls dazu überedet werden, Musik aus eurer Cloud zu streamen. All dies funktionierte innerhalb von Minuten ohne viel Mühe. Es gibt noch weitere Features, die ich noch nicht getestet habe, wie LDAP Integration.

Wie ihr wahrscheinlich bemerkt habt hatte ich eine Menge Spaß, mag ownCloud sehr gern und werde es produktiv anstatt Dropbox nutzen. Natürlich gibt es Raum für Verbesserungen in so einem jungen Projekt. Die Entwickler integrieren zu viel zu schnell und jetzt läuft der Bugtracker über. Probleme in die ich rannte waren ein langsamer Webclient der gelegentlich einfror (bisher nur mit Chromium getestet) und der owncloud-client, der falsche errors zeigte und so den sync blockte. Diese Dinge sind einfach zu umgehen, aber nichtsdestotrotz störend und werden hoffentlich bei 0.5 in Ordnung gebracht.

Meine Zusammenfassung: Die Bedürnisse an eure Cloud in die eigenen Hände zu nehmen ist gut investierte Zeit. OwnCloud wird hoffentlich noch einen langen Weg gehen.

Wenn dies euer Interesse geweckt hat, schaut euch mal die Features und Dokumentation an.